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12. August 2023

Operation mit links


Operation mit links

Solingen/Am 13. August ist Weltlinkshändertag. Jeder zehnte Mensch bevorzugt die linke Hand. Aber wie ist das im OP, wenn Instrumente gereicht werden? Ist dann alles anders? Dr. Michael Wieland, Oberarzt der Chirurgie an der St. Lukas Klinik und Linkshänder, erzählt.

Das mach ich doch mit links! Für Dr. Michael Wieland ist das Alltag. Und eigentlich auch nicht wirklich wichtig. Der Oberarzt der Chirurgie an der St. Lukas Klinik ist Linkshänder, macht aber vieles im Alltag mal mit links mal mit rechts. Damit gehört er zu den etwa neun Prozent, die gern beide Hände nutzen. Das gilt auch im OP. „Brüche des Handgelenks operiere ich meist mit links“, sagt Dr. Michael Wieland. Aber wenn die Nadel im Nadelhalter für Rechtshänder eingespannt ist und ihm so angereicht wird, dann greift er mit der rechten Hand und setzt die Naht.

Dr. Michael Wieland, Jahrgang 1962, hatte Glück. Seine Eltern erkannten die Linkshändigkeit früh und setzten durch, dass er seine starke Hand auch nutzen durfte. Ungewöhnlich. Denn seit Jahrtausenden sind die Menschen überzeugt: Das Rechte ist gut, das Linke falsch. Viele wurden bis in die 1980er Jahre „auf die gute Hand“ umgelernt, mussten mit rechts schreiben, Bälle werfen und den Löffel in die rechte Hand nehmen. Heute weiß man: Umschulungen sind ein massiver Eingriff in die Verarbeitungswege des Gehirns und gelten in Deutschland heute sogar als Körperverletzung.

Die Hände – beide – sind die wichtigsten Arbeitswerkzeuge von Dr. Michael Wieland. „Bei minimal-invasiven Operationen ist die Händigkeit für mich nicht führend, hier übernimmt jede Hand unterschiedliche Aufgaben.“ Ähnlich wie beim Klavier- oder Orgelspiel müssen die Hände unabhängig arbeiten. In der St. Lukas Klinik werden sehr viele Eingriffe laparoskopisch durchgeführt, viele Jahre wurden hier Operateure aus ganz Deutschland in der besonders schonenden Operationstechnik ausgebildet. Dr. Wieland, der auch die Weiterbildungsermächtigung für den Fachbereich Allgemeine Chirurgie hält und schon viele junge Assistenzärzte ausgebildet hat, kennt die Schwierigkeiten: „Am Anfang haben die jungen Kolleginnen und Kollegen oft Schwierigkeiten, die zweite Hand mit zu beschäftigen – ganz unabhängig davon, welche im Alltag die führende ist. Aber auch das ist eine Sache der Übung.“

Linkshänder leben in einer Welt, die auf „die anderen“ ausgerichtet ist, auch wenn es mehr und mehr Angebote für Linkshänder gibt – von Scheren über Stifte bis hin zum Spätzleschaber. Der Solinger Dr. Michael Wieland hat noch die erste Bastelschere, die sein Vater extra für den Linkshänder gebaut hat. Sein Credo ist jedoch: „Linkshändige müssen sich zurechtfinden und können meist mehr mit rechts als Rechtshänder mit links.“ Beidhändigkeit ist eben auch eine besondere Qualität.

    
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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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