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21. Juni 2023

Josef Neumann fordert echte Finanzhilfen vom Land


Gestern hat, pünktlich vor der Sommerpause, die schwarz-grüne Regierung in Düsseldorf pressewirksam verkündet, sie starte ein Programm für die kommunale Altschuldenlösung. Diese Ankündigung weckt in Solingen zunächst große Hoffnungen. „Dieser eiskalte Vorschlag grenzt an Zynismus“, so Josef Neumann. „Richtig ist: fürchtet die Landesregierung, wenn sie Geschenke bringt. Die Städte zahlen die Zeche am Ende selbst.“

Denn was bisher bekannt ist, sorgt für Bestürzung und Wut: Das Land gibt an, die Hälfte der Schulden in einer „Landesschuld“ zu übernehmen. Im Gegenzug, und hier wird es gemein, will die Landesregierung zur Tilgung Gelder aus dem Topf der Gemeindefinanzierung einbehalten: aus genau dem bekommen aber die Kommunen die Gelder, die ihnen zur Erfüllung ihrer Aufgaben zustehen. Gläubiger wäre nach der Idee der Landesregierung damit nicht mehr die Bank, sondern das Land – und ansonsten ändert sich: nichts. Über ihr eigenes Geld können die Kommunen darum nur noch weniger verfügen.

„Das Land gibt nach diesem Plan wohl kein eigenes Geld dazu! Dieser geplante ‚Vorwegabzug‘ kommt einer Kürzung der Gelder für die Kommunen gleich“, so Josef Neumann. „Wenn Schwarz-Grün auf der einen Seite Schulden übernimmt, auf der anderen Seite aber den Kommunen die ihnen zustehenden Gelder einfach nicht mehr überweist, dann ist der Effekt für die Stadt: völliger Stillstand.“ Gleichzeitig soll es wohl verboten werden, neue Schulden aufzunehmen.

Und die negativen Folgen für die Städte scheinen eingepreist, legt doch die Landesregierung gleichzeitig ein Programm zur Infrastrukturförderung vor, das auch noch von den Kommunen selbst gezahlt werden soll.

Josef Neumann: „Immerhin löblich, dass Wüst und seine Kolleg:innen ihre Blockadehaltung zum Altschuldenfonds überdenken. Aber was hier vorgeschlagen wird, das ist ganz sicher keine Vorleistung. Das sind weniger als Almosen. Das Nachsehen haben – wieder einmal – die klammen Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger.“


Foto J. Neumann

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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