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30. Juni 2022

Pflegekräfte gestalten Abschiedszimmer

Pflegekräfte gestalten Abschiedszimmer

Solingen/Auf der neurologischen Station der St. Lukas Klinik entstand mit viel Engagement ein Raum für sterbende Patienten und Patientinnen und ihre Angehörigen, der die Funktionalität eines Patientenzimmers mit einem ruhigen und angstlösenden Ambiente verbindet.

Es ist ein besonderer Rückzugsort. Ein Ort der Ruhe. Ein Ort des Abschiednehmens. Auf der neurologischen Station wurde auf Initiative der Pflegenden eine Zimmer für Sterbende eingerichtet. „Wir haben in der St. Lukas Klinik natürlich ein Verabschiedungszimmer und auch die Prosektur wurde sehr schön gestaltet“, sagt Stationsleiterin Sandra Meinen. „Es war uns im Team aber ein Anliegen, ein an sich sehr funktionales Patientenzimmer so zu gestalten, dass sich Sterbende und auch die Zugehörigen so wohl wir möglich fühlen können.“ Und das auch nicht mit anderen Patientinnen und Patienten belegt wird, sondern für diejenigen freigehalten wird, deren letzte Tage und Stunden angebrochen sind.

Die Pflegekräfte Laura Muzzetto, Nia Tran und Sandra Meinen haben sich viele Gedanken zur Umsetzung gemacht – und auch andere mit ihrer Idee angesteckt. So ist aus der Team-Idee ein Gemeinschaftsprojekt geworden. Eine Ärztin stellte Landschaftsaufnahmen aus ihren Urlauben zur Verfügung, die nun Ruhe und Weite verbreiten. Die Mutter einer Kollegin nähte die Vorhänge aus einem besonderen Stoff– und auch die evangelische Seelsorge steckt einen Teil des Preisgeldes aus dem gewonnenen Sozialpreis des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschlands in das Projekt. „Unsere Musikerin Uta Heidemann, meine Kollegin Almut Hammerstaedt-Löhr und ich hatten ja versprochen, das Preisgeld für die palliative Arbeit im Haus zur Verfügung zu stellen“, sagt Pfarrerin Astrid Klumb. Hier in diesem Zimmer sei es gut angelegt.

Wichtig war dem Team, dass auch Muslime und Juden ihren Glauben in den letzten Stunden leben können. „Gerade in der letzten Lebensphase finden viele Halt in ihrem Glauben“, ist die Erfahrung von Sandra Meinen, die auch im Ethik-Komitee der Kplus Gruppe aktiv ist. Auch bei diesem Wunsch fanden die Initiatorinnen Unterstützung in Halil Aydemir. Der Kölner fühlt sich über die Christlich-Islamische Gesellschaft e.V. in Köln den Menschen in Solingen verbunden und hat unter anderem einen Gebetsteppich und Gebetsketten gespendet. Für jüdische Gläubige steht ein Gebetsbuch in deutscher und russischer Sprache zur Verfügung.

Es ist ein Herzensprojekt, das weiter wachsen soll. „Wir schauen, ob wir auch in den anderen Bereichen solche Zimmer einrichten können“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin der St. Lukas Klinik Annika Butzen.

 
Fotohinweis: Uli Preuss/Kplus Gruppe.
 

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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