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16. Januar 2022

Firmenchronik Otter Solingen

 

Firmenchronik Otter Solingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegründet wurde das Unternehmen durch die Brüder Carl Wilhelm Berns und Reinhard Berns in Oben. Katternberg bei Solingen am 10. April 1840.

 

Am 31. Dezember 1846 trennten sich die Brüder. Reinhard Berns die Firma Gebr. Berns auf eigene Rechnung weiter.

 

In einer Anzeige im Solinger Kreis Intelligenzblatt vom 13. Januar 1847 liest sich das wie folgt: „ das seid einer Reihe von Jahren von uns gemeinschaftlich unter der Firma Gerbrüder Berns geführte Geschäft haben wir mit dem heutigen Tage nach, freundschaftlicher Übereinkunft aufgelöst.

 

Von diesem Tage an wird Reinhard Berns oben genanntes Geschäft für eigene Rechnung mit Übernahme der betreffenden Aktiven und Passiven fortführen“.

 

Zur dieser Zeit gab es bereits eine umfangreiche Produktionspalette von Taschenmessern aller Modelle.

 

 

 

1884 hieß es in einer Adressbuchanzeige „Fabrik von Taschen- und Federmessern Gebr. Berns, Katternberg, Specialität für in- u Ausland. Für gute Ware wird garantiert“.

 

Beschäftigt wurden im Otter- Werk zu dieser Zeit 10 Mitarbeiter in der Fertigung und 10 Heimarbeiter.

 

Ein Umzug der Firma erfolgte im Jahre 1890. Das Unternehmen zog von Katternberg nach Höhscheid auf die Neuenhoferstraße. Derzeitiger Inhaber ist Eduard Berns (Sohn von Reimhard Berns). Prokurist ist Edmund Berns (ältester Sohn von Eduard Berns).

 

Am 9. Oktober 1894 verstirbt Eduard Berns.

 

 

 

Otter bleibt weiterhin ein typisches Familienunternehmen. Als neue Inhaber werden 15.6.1901 Edmund Berns und Reinhard Berns (jüngster Sohn von Eduard Berns).

 

Taschenmesser waren zu dieser Zeit Weltweit gefragt. Gute Qualität und ebenso guter Absatz machten 1904 einen Fabrik- Neubau auf vorhandenem Grundstück notwendig.

 

Lagerhaltung, Bereitstellung von Rohmaterialien, Fertigung und Packstube wurden ausgeweitet und übersichtlicher.

 

 

 

1912 verstarb der ältere Bruder Edmund Berns und 1914 wurde Reinhard Berns alleiniger Inhaber. Am 17. Juni 1946 verstarb Reinhard Berns als letzter der Linie des Mitbegründers Reinhard Berns.

 

Durch die Erbfolge wurde Witwe Reinhard Berns, Frieda geb. Kronenberg, alleinige Inhaberin.

 

 

 

1957 wurden als Teilhaber Erich Kronenberg (Bruder der Witwe Reinhard Berns) und dessen Neffe Rolf Kronenberg aufgenommen.

 

Otter produziert auch weiterhin Taschenmesser aller Art. Einklappbare Berufsmesser spielten noch keine wesentliche Rolle.

 

Aber schon bald geht die Produktion an Solinger Taschenmesser stark zurück.

 

Die größeren Schneidwarenhersteller gaben ihre eigenen Produktionen der Taschenmesser ganz auf. Wer jetzt in Solingen erfolgreich Taschenmesser herstellten will, muss Nischen suchen und sich spezialisieren.

 

Der gelernte Universalhärter Reiner Morsbach machte sich 1966 mit einer Härterei selbstständig. Morsbach erwarb 1989 die Rechte an den Solinger Markennamen Otter- Messer und 1995 Mercator- Knife. Mecartor wurde nach einer Insolvenz der Fa. Kaufmann übernommen.

 

 

 

Wie viele kleine Solinger Betriebe erledigte Morsbach Lohnarbeiten für die Messerbranche. Hier stieß er aber schon bald an seine begrenzten Kapazitäten.

 

Morsbach erwarb ein leer stehendes Gebäude und richtete dort eine Fabrikation ein, die die volle Geschäftstätigkeit 1989 aufnahm. Die Grundlage für den Erfolg von Otter bildet das umfassende Basiswissen des Inhabers. Die wertvollen Erfahrungen im Hinblick auf die Funktionseinstellung der Messer verschafften Morsbach schon bald ein internationales Renommee. Jetzt produziert Otter überwiegend Berufsmesser, die sich in den Branchen für ihren jeweiligen Anwendungsbereich unterscheiden. Auch spielt die enge Kooperation mit Speziallisten für Arbeitssicherheit eine tragende Rolle bei Entwicklung und Produktion.

 

Ein exemplarisches Beispiel für die hohe Kompetenz lieferte Otter im Auftrag der Bayer - Werke – Dormagen. Dort nutzten die Handwerklichen Mitarbeiter über 20 Jahre lang ein Berufsmesser mit großer Klinge, Kabelschneider und Anreißdorn. Die Verwendung dieses Messers wurde von der Arbeitssicherheit untersagt.

 

 

 

Jetzt optimierte Otter Messer die Heftschalen und den Dorn des Messers.

 

Daraufhin durfte das Messer wieder eingesetzt werden.

 

Heute werden bei Otter in Solingen Taschenmesser für Gärtner und Floristen, sowie den Landschaftsbauern gefertigt.

 

Durch stetig weiter entwickelte Spezialisierung wird zudem eine breite Palette von Berufsmesser wie Gummi, Karton, Leder- und Entgratmesser, Schlacht- und Kabelmesser, Messer für die Arbeitssicherheit angeboten.

 

Alle qualitativ handwerklich hergestellten Messer sind bei Otter aus einem besonderen Stahl, ob aus Gussstahl oder rostfreiem Stahl, gehärtet auf eine bestimmte HIB, blank geschliffen und handabgezogen bietet Otter ein gutes Werkzeug aus Solingen.

 

Auch für Sammler hat Otter etwas im Programm. Hier werden Relief Taschenmesser mit verschiedenen Mustern angeboten. Und es gibt eine neue Serie, die mit außergewöhnlichen Klingen Formen einmalig sind und durch absolute Griffigkeit auffallen.

 

Als Heftschalen verwendet Otter Buche, Nussbaum, Bubinga, Palisander, Eiche, und Olivenholz.

 

 

 

Rainer Morsbach ist auch einer der letzten Hersteller der Holz beschalte Messer mit stabilen Eisenbacken anfertigt.

 

Alle Arbeitsschritte werden am Standort durchgeführt: schleifen, pließten, abziehen, reiden, ätzen, prägen, beitzen, stanzen und nieten.

 

Stein und Bandabzug für die verschiedensten Messer, die Holzschalen werden gebohrt aber nicht lackiert. Im Einsatz sind noch eine Federschere und ein Federhammer.

 

Durch eine Montageeinheit wurde die Handarbeit bei einigen Modellen erleichtert aber nicht abgeschafft.

 

2007 arbeiten bei Otter 5 Fachkräfte in der Fertigung und 1 Heimarbeiter. Für weiteres Rohmaterial sorgen 8 Zulieferanten.

 

 

 

Rainer Morsbach bekennt sich klar zum Standort Solingen.

 

In der Initiative “Ja-zu-Deutschland.de“ ist Otter in der Datenbank.

 

Der absolute Traditionsrenner ist das Mercator Taschenmesser. Das Messer wird komplett bei Otter in Solingen hergestellt.

 

Wie alle Kenner wissen, wird das Mercator Messer seit über 100 Jahren fast unverändert hergestellt. Die Vorzüge dieses robusten aber leichten Taschenmessers lernten schon die Soldaten Kaiser Wilhelms II kennen.

 

Heute wird das Taschenmesser nur noch in der einfachen Ausführungen mit einer Klinge hergestellt.

 

 

 

Die feststellbare Klinge aus Carbonstahl C- 75, xc 75 mit einer Härte von 56 HCR hat eine Länge von 9cm und ist extrem scharf. Der unverwüstliche Stahlblechgriff (ein gebogener Eisenkasten) ist schwarz lackiert und 11cm lang. Das Messer ist praktisch in der Funktion und wiegt nur 70g.

 

Eine Ausführung des Mercator gibt es mit arretierbarer Klinge.

 

 

 

Nach dem Verkauf des Unternehmens durch Herrn Morsbach wechselte die Firma noch einmal den Inhaber. Heute produziert Otter in der Solinger Innenstadt.

 

 

 

 

 

 

 

© Peter Nied (Chronik aus dem Jahre 2007)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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