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17. Dezember 2021

"Shalom"-Oberleitungsbusse rollen durch die Klingenstadt


 

Solingen/"Shalom"-Oberleitungsbusse rollen durch die Klingenstadt


Hebräischer Friedensgruß macht für mindestens drei Monate auf jüdisches Leben neugierig

Dass die Solinger O-Busse rollende Werbetafeln sind, ist nicht ungewöhnlich. Jetzt bekennen sie auch Farbe: "Shalom" steht in blau und weiß auf zwei Bussen, die für mindestens ein Vierteljahr die Linien 681, 682 und 683 bedienen werden - ein Zeichen für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus. Dass der hebräische Friedensgruß einmal durch die ganze Klingenstadt fährt und am Vohwinkeler Bahnhof von einer "Shalom"-Schwebebahn "abgelöst" wird, hat vor allem mit dem bundesweiten Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" (www.2021JLID.de) zu tun. Dessen Generalsekretärin Sylvia Löhrmann stellte am Freitag zusammen mit Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Stadtwerke-Geschäftsführer Conrad Troullier sowie Bernd Krebs und Gabriela Lauenstein vom Freundeskreis Solingen - Ness Ziona die gemeinsame Aktion vor.

Diese findet Oberbürgermeister Kurzbach umso wichtiger, als pandemiebedingt derzeit viel Unfrieden herrsche: "Da kann der Shalom-Bus gleichermaßen irritieren und inspirieren." Zudem liegt ihm die Wachsamkeit für und das Engagement gegen alltäglichen Antisemitismus am Herzen: "Das ist ein ständiges Problem unserer Gesellschaft", warnt Kurzbach, der nicht nur auf die Schönheit und traditionsreiche Kultur jüdischen Lebens aufmerksam machen möchte, wenn "mal wieder eine Mahnwache" vonnöten sei.

Deshalb freuen sich die Projektpartner:innen darüber, mit dem Shalom-Bus eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und möglichst auch zu sensibilisieren. Gerne leisten die Stadtwerke mit dem aufmerksamkeitsheischenden Schriftzug "einen Beitrag zum Frieden", betont SWS-Geschäftsführer Conrad Troullier. Und für den Freundeskreis, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen und im kommenden Jahr die 35-jährige Städtepartnerschaft mit Ness Ziona feiert, war es eine Ehrensache, für die Beklebung Spenden einzuwerben. "Das ist Bürgerschaftspflicht", findet Bernd Krebs.

Als Solingerin und Generalsekretärin des bundesweit tätigen Vereins "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" hat Sylvia Löhrmann doppelt Grund zur Freude: "Wir wollen ja nicht nur die erreichen, die ohnehin in unsere über 2300 Veranstaltungen kommen, sondern die Menschen im Alltag ansprechen." So hätten mit Solingen nun acht Städte bundesweit "Shalom"-Fahrzuge ins Rollen gebracht - beispielsweise die Kölner "Schalömchen"-Straßenbahn oder die "Shalom"-Schwebebahn. Und da das Festjahr #2021JLID nun offiziell bis Ende Juli 2022 verlängert wird, fahre der "Shalom"-O-Bus mit Hinweisen auf den Verein und den Freundeskreis ja vielleicht sogar bis zum Sommer durch die Klingenstadt.

 Foto Stadt SG
Gabriela Lauenstein (v.l.), Tim Kurzbach, Sylvia Löhrmann, Conrad Troullier und Bernd Krebs zeigen Flagge und bekennen Farbe für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus. © Stadt Solingen / Stefanie Mergehenn

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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