solinger-rundschaus Webseite!
Solingen und mehr
  • Solingen und mehr
  • Panorama
  • Aus der Stadt
  • Solingen früher
12. Oktober 2021

Bethanien: eine lange Geschichte



Bethanien: eine lange Geschichte

Solingen/Bethanien/Im Februar 1896 legte Friedrich Fries dem Bundesausschuss der Freien Evangelischen Gemeinde einen Plan zur Errichtung eines Diakonissenwerkes vor. Die Gründungsversammlung kam am 19. Juli 1896 in Witten zusammen. Danach nahmen die ersten Schwestern in verschiedenen neu gegründeten Einrichtungen ihre Arbeit auf. Das „Werk Bethanien“ gründete in der Folgezeit Erholungsheime und Einrichtungen für Kranke und alte Menschen. Mittelpunkt des Werkes wurde immer mehr Solingen Aufderhöhe.

Eine interessante Vorgeschichte hat Bethanien, heute einer größten Arbeitgeber in Aufderhöhe. Durch ein natürlich günstiges Umfeld mit Wald und Ruhezonen gelang es relativ schnell, eine Anlage mit Kurcharakter zu schaffen. Was hier störte, war der rege Verkehr durch Aufderhöhe. Bedingt durch die stetig wachsende Industrialisierung und die direkte Streckenführung nach Hitdorf und Köln war das Aufkommen sehr hoch.

Das beruhigte sich erst spürbar, als die Bahnstrecke von Wuppertal nach Köln gebaut wurde. Die Planung für einen Kurbetrieb lag bei dem Aufderhöher Ferdinand Hoppe. Der begann dann im Jahre 1898 mit dem Bau des „Sanatorium Augustaheim“. Im Jahre 1900 wurde das Kurhaus eröffnet und hatte einige absolute Neuerungen zu bieten. So gab es eine eigene Windkraftmaschine, die den enormen Wasserbedarf des Betriebes ermöglichte. Auch eine eigene Badeanstalt gab es für die Kurgäste. Die Leitung des Sanatoriums legte großen Wert auf Ruhe und Entspannung der Gäste. So standen ein Lesezimmer, ein Wintergarten und ein Gesellschaftszimmer zur Verfügung. Da war der Speisesaal schon selbstverständlicher Standard.
Im Sommer konnten die Gäste in der Nähe des Sanatoriums in luftigen Hütten wohnen, und per Kutschenbetrieb gab es einen Transfer zu den Bahnhöfen Landwehr und Ohligs.
 
Unter der Leitung von Dr. Römer wurden vorrangig Frauenkrankheiten sowie Krankheiten des Stoffwechsels, der Luftwege und des Nervensystems behandelt. Es gab Massagen und Packungen, und damals setzte man schon auf natürliche Ernährung wie Rhabarber und Tomaten. Auch die vielen Wanderwege bis in die nahen Wupperberge wurden den Gästen empfohlen.
1914 verstarb dann der Besitzer und Gründer des Sanatoriums. Der Winterbetrieb wurde durch eine Zentralheizung und elektrisches Licht gefördert. Pensionspreise und Honorar für die Ärzte waren jedoch nichts für arme Leute. Geführt wurde das Haus im christlichen Sinne bei angenehmem Umgang miteinander.

1920 verpachtete die Witwe Hoppe das Haus an Dr. Römer, und 1927 wurde das 35 Zimmer-Haus mit seinen 50 Betten an das Diakonische Werk Bethanien verkauft.

Jetzt begannen der Ausbau und die neueren Nutzungen des Betriebes. Im Jahr 1941 war der vorläufig letzte Bauabschnitt fertiggestellt. Danach nahm das Gelände immer schneller das heutige Erscheinungsbild von Bethanien an.
In den Jahren 1964 bis heute wurden die Aufgaben immer komplexer und die Gebäude wurden immer mehr. So entstand die Lungenklinik 1966 oder das Verwaltungsgebäude 1971 und später die Altenheime.
Die heutigen Schwerpunkte sind die Altenpflegeheime, der Klinikbetrieb, das Fachseminar für Altenpflege sowie der mobile Betreuungsdienst. Die kleine Kapelle liegt als Ruhepol inmitten der Anlage.

Es ist nicht alleine der soziale Faktor, der Bethanien als Arbeitgeber so interessant macht. Hier steht, basierend auf den Leitsätzen des Diakonischen Werkes Bethanien, der Auftrag („Lernen helfen“) in direktem Konflikt mit der Wirtschaftlichkeit.
Den christlichen Glauben verbinden mit der eigentlichen Aufgabe unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit: Bei Betrachtung der Berichte des Vorstandsvorsitzenden der letzten zehn Jahre sieht man, dass das durchaus machbar ist.

Die Entwicklungen 2004 der einzelnen Betriebszweige werden als positiv betrachtet, und eine kontinuierliche Entwicklung, vor allem in der Altenpflege, werden im Detail vorgestellt. Neben der Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger werden weitere Fortbildungen angeboten. Die Klinik für Pneumologie und Allergologie wurde für 7.234.000 EUR erweitert.
2005 wurde die große Zentralküche fertig gestellt. Aber auch in diesem Jahr war der Konkurrenzdruck bei Altenpflegeinrichtungen schon ein Thema. Begegnet wurde dem mit einem hohen Standard an Qualität. Das Solinger Konzept hat sich als sektorenübergreifende Versorgung gut etabliert und wurde über die Stadtgrenzen bekannt.
Mit klaren Zielen ging es 2006 weiter. Haus Magnolie wurde renoviert, und dank der neuen Küche konnte ein neues Speiseverteilersystem eingeführt werden. Das Fachseminar für Altenpflege bekam vom TÜV nach SGB III die erforderliche Träger- und Maßnahmezulassung erteilt.
2007 wurde der Ambulante Pflegedienst erweitert, und im neuen Haus Ahorn wurden jetzt auch langzeitbeatmete Patienten versorgt.
Bereits ein Jahr später wurde „Bethanien Mobil“ um die Bereiche Beratung und Betreuung erweitert. Der Schwerpunkt Palliativpflege erhielt absolute Priorität.


Der Blick über den Zaun, die Frage, ob man unter den allgemeinen Umständen der Pflege nicht aus der institutionalisierten Diakonie aussteigen sollte, wurde auch gestellt. Bethanien sagte nein. Die Einrichtung verfolgte einen klaren Kurs mit immer neuen Konzepten. Und die gingen bei hoher Auslastung von Pflegeheimen und der Klinik voll auf.
2009 ging man wieder einen großen Schritt in die richtige Richtung. Die sozialen Einrichtungen vernetzten sich auch in Solingen immer enger. So wurde ein Vertrag zur Kooperation zwischen Bethanien und der Solinger Wohnungsgenossenschaft Spar- und Bauverein unterzeichnet.
Der SBV hatte in seiner neuen Einrichtung zum Betreuten Wohnen Plätze mit ambulanter Versorgung. Auch am Ende des Jahres spürte man wieder den enormen Druck anderer neuer Einrichtungen. Angehörige wollten immer das Beste für die Pflegebedürftigen. Da waren Umbauten und neue Konzepte ständig im Gespräch.

Im Bericht 2010 steht der Neubau von Haus Eiche und die Einrichtung einer Tagespflege in Haus Ahorn. Auch der Bedarf an Pflegekräften für die nahe Zukunft war Thema. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung wurden auch hier thematisiert. In der Klinik wurde die Intensivstation erweitert, und die Auslastung der Einrichtung lag bei über 90%. Das Geschäftsjahr war ausgeglichen.

Seit 2011 war nun Bethanien Mobil auch verantwortlich für ältere Menschen in der Senioreneinrichtung des Spar- und Bauvereins Solingen.
Ambulante und teilstationäre Angebote nahmen stetig zu. Bethanien reagierte und übernahm auch in anderen Einrichtungen (SBV) Verantwortung. Das 2012 neu errichtete Gesundheitszentrum Bethanien wurde eröffnet. Die Klinik war in allen Bereichen weiter ausgelastet.


(c) Peter Nied

Quellen: "Solingen Aufderhöhe" epubli Verlag ISBN 978-3-7375-1347-0
Fotos Diakonie Bethanien
Das Stammhaus, Speiseraum und Bäderabteilung

















tagPlaceholderTags:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

Urheberrechte

 

Alle Inhalte, wie z.B. Grafiken, Texte und Bilder auf unserer Website sind urheber- und leistungsschutzrechtlich geschützt. Die Veröffentlichung im World Wide Web oder in sonstigen Diensten des Internet bedeutet noch keine Einverständniserklärung für eine anderweitige Nutzung durch Dritte.

 

 

 

Impressum

V.i.S.d.P. Peter Nied

Fontanestr. 84

42657 Solingen

[email protected]



Impressum | Datenschutz | Sitemap | Vertrag widerrufen
copyright by peter nied
Anmelden Abmelden | Bearbeiten
Jimdo

Diese Webseite wurde mit Jimdo Creator erstellt! Jetzt kostenlos registrieren auf https://de.jimdo.com

  • Solingen und mehr
  • Panorama
  • Aus der Stadt
  • Solingen früher
zuklappen