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21. Juni 2021

Höhere Besteuerung von Reichen

Höhere Besteuerung von Reichen


Berlin, 21.6.2021/VdK-Präsidentin fordert höhere Besteuerung von Reichen

    Debatte um Konsequenzen aus dem Armuts- und Reichtumsbericht im Ausschuss für Arbeit und Soziales
    Bentele: „Die Politik darf sich ihre Armutspolitik nicht länger schönreden“

Der Ausschuss für Arbeit und Soziales beschäftigt sich am Montag mit der Frage, welche Konsequenzen aus dem sechsten Armuts- und Reichtumsbericht zu ziehen sind. Für VdK-Präsidentin Verena Bentele ist die Antwort eindeutig: „Die Politik darf sich ihre Armutspolitik nicht länger schönreden. Sie muss endlich eine gerechte Steuerpolitik einführen, so dass die, die mehr haben, auch mehr schultern müssen.“ Konkret fordert die VdK-Präsidentin, Vermögen und Erbschaften angemessen zu besteuern, aber auch Gewinne, die an der Börse oder in der digitalen Welt erzielt werden. „Die Bundesregierung muss Steuerschlupflöcher schließen und Steuerhinterziehung verhindern“, so Bentele.

Gering- und Normalverdiener sowie Arbeitslose gehören laut Bericht zu den Verlierern der Corona-Pandemie, 16 Prozent der Menschen in Deutschland leben gar unter der Armutsgrenze, während gleichzeitig die Vermögen der Superreichen größer sind als bisher angenommen. „Das belegt ganz klar: Wer arm ist in Deutschland, bleibt arm. Wer reich ist, wird noch reicher. Für ein Land wie Deutschland ist das ein Skandal“, sagte Bentele.

Ärgerlich sei zudem, dass der Bericht nicht die Situation Alleinerziehender beleuchtet. Auch Alters- und Kinderarmut oder die Armut, die durch Pflegebedürftigkeit entsteht, sind weitgehend ausgeklammert, kritisierte Bentele: „Armut in Deutschland bedeutet, dass die Mutter mit ihrer Tochter vor dem Kino steht und sich die Kinokarte nicht leisten kann, dass die Rentnerin an der Tafel auf Lebensmittel wartet, der Sohn keinen Laptop für den digitalen Unterricht hat. Das Portemonnaie ist am Ende des Monats leer. Es bedeutet auch, durch Arbeits- und Wohnverhältnisse mehr Lärm und Luftverschmutzung ausgesetzt zu sein. Und es bedeutet, früher zu sterben, weil die Lebenserwartung schlicht niedriger ist. So kann es nicht weitergehen.“
Um endlich konsequent gegen Armut vorzugehen, muss die Bundesregierung nach Ansicht des VdK:

    die Regelsätze in der Grundsicherung erhöhen,
    den sozialen Arbeitsmarkt ausbauen und verstetigen,
    einen Anspruch auf Qualifizierung und Weiterbildung gewähren;
    prekäre Arbeitsverhältnisse beseitigen;
    den Mindestlohn auf 13 Euro anheben;
    Alleinerziehende mehr unterstützen und
    eine eigenständige Kindergrundsicherung einführen.

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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