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10. Mai 2021

Desaster Schulabschlüsse - wie vorhergesagt!

Desaster Schulabschlüsse - wie vorhergesagt!

Die Landesschüler*innenvertretung (LSV) NRW fordert, dass alle Schüler*innen in Abschlussklassen die Möglichkeit bekommen, im Nachhinein zwischen einem Durchschnittsabschluss und der Wertung ihrer Abschlussprüfungen wählen zu können. Schulabschlüsse sollen also auf Wunsch der Schüler*innen auf Grundlage von Durchschnittsnoten aus den vorher erbrachten Leistungen vergeben werden. Darüber hinaus fordert die LSV NRW, dass Bewertungsgrundlagen der Klausuren an die Lernlücken der Schüler*innen angepasst werden: Neben der Anpassung der Erwartungshorizonte sollte auch die Punktetabelle zur Zuordnung der Noten angepasst werden.

Die Landesschüler*innenvertretung kritisiert scharf, dass die Landesregierung keine angemessenen Anpassungen der Schulabschlüsse vorgenommen hat. “Am Beispiel des Abiturs sehen wir nun, was vorher klar war: nach mehr als einem Jahr Pandemie, Isolation und langen Schulschließungen saßen viele Schüler*innen in Abschlussprüfungen vor Aufgaben, die sie nicht schaffen konnten.”, so Timon Nikolaou, Mitglied im Vorstand der LSV NRW.

Was außerdem nicht außer Acht gelassen werden darf, ist ein massiver psychischer Stress, der insbesondere in der Krise durch Abschlussprüfungen geschaffen wird. Auch außerhalb der Krise sind viele Schüler*innen durch den schulischen Leistungsdruck psychisch krank geworden. Nach einem Jahr Pandemie und Unterrichtsausfällen ist das nicht besser geworden, stellt die Landesschüler*innenvertretung fest.

“Die Durchführung der Prüfungen in nahezu unveränderter Form ist ein Armutszeugnis für die Demokratie im Schulsystem”, so Thomas Niebuer, ebenfalls Mitglied im Landesvorstand, “Verbände von Schüler*innen, Lehrer*innen, Eltern, aber auch zahllose Privatpersonen wendeten sich an das Schulministerium mit der klaren Aufforderung, in einer weltweiten Pandemie die Gesundheit der Schüler*innen vor die Abschlüsse zu stellen, doch die Landesregierung nimmt das nicht ernst.”

Darüber hinaus gibt es auch Kritik am Inhalt einzelner Prüfungen. So wurde in der Abiturprüfung im Fach Englisch ein Text von Farhad Manjoo (Kolumnist der New York Times) verwendet, der nach Aussage des Autors selbst "viele Wörter, die für Nicht-Muttersprachler schwerer zu verstehen sind", enthalte. Die anderen Vorschläge seien laut den Abiturient*innen ebenso unfair gewesen, sodass der größere Aufgabenpool keine Hilfe darstellte.

Ebenso gab es viele Beschwerden zur Abiturklausur im Fach Mathematik - die Zeit ist zu kurz gewesen und die Aufgaben zu anspruchsvoll. “Das Matheabitur war im Kontext der Coronapandemie unverhältnismäßig. Anstatt die Anforderungen an eine weltweite Pandemie anzupassen, waren die Erwartungen höher als die letzten Jahre!”, äußert sich Niebuer weiter.

Zudem kam es zu absehbaren organisatorischen Schwierigkeiten: In Erftstadt konnten 106 Schüler*innen die Abiturprüfung in Englisch nicht mitschreiben, da sie in Quarantäne waren. Die Änderung der Quarantäneverordnung, die daraufhin für das Abitur vorgenommen wurde, kritisiert die LSV: “Schüler*innen mit einem negativen Bürgertest aus der Quarantäne zu entlassen, damit diese das Abitur mitschreiben, ist unverantwortlich. Die Gesundheit der Mitschüler*innen und Lehrer*innen wird so aufs Spiel gesetzt, für Abschlussprüfungen, die nicht hätten stattfinden sollen.”, so Nikolaou.

Diese Entwicklungen zeigen aber nur einen kleinen Ausschnitt der Probleme, die sich im Zusammenhang mit Schulabschlüssen ereignet haben und werden.

Nach Meinung der Landesschüler*innenvertretung NRW hat die Landesregierung klar versagt, wenn es darum geht, demokratisch die Interessen von jungen Menschen in NRW zu vertreten. Die Stimme der Schüler*innen wurde nicht nur vor der Krise, sondern auch im gesamten Verlauf der Pandemie missachtet.

Nicht zuletzt zeigen die Abiturprüfungen jedes Jahr, wie sinnfrei ein auf Noten basierendes Schulsystem ist. Sie führen zu unnötigem psychischem Druck, fördern “Bulimielernen” und sorgen keinesfalls für Vergleichbarkeit.




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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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