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15. Oktober 2020

Solingen: Ab Samstag deutlich schärfere Regeln

Corona: Ab Samstag deutlich schärfere Regeln


Solingen/Stadt bereitet sich darauf vor, dass dann die Vorgaben gelten, die Bund und Länder vereinbart haben.

Um die steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen einzudämmen, hat die Bundeskanzlerin am Mittwochabend mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder neue Corona-Regeln vereinbart. Angesichts der weiter steigenden Zahlen in Solingen hat sich der Krisenstab der Stadt am Donnerstag darauf verständigt, diese Regeln für die Klingenstadt übernehmen zu wollen. "Wir werden in Solingen nicht hinter diesen Vorgaben zurückbleiben", betont Oberbürgermeister Tim Kurzbach. "Angesichts der steigenden Infektionszahlen vor Ort sind wir gezwungen zu handeln. Also setzen wir mindestens das um, was auf dem Gipfel am Mittwoch beschlossen worden ist. Mir ist es wichtig, dass die Solingerinnen und Solinger zumindest einen Tag Zeit haben, um sich auf diese neuen Regelungen einzustellen“, erklärt der OB. Es sei davon auszugehen, dass diese Regelungen am kommenden Samstag, 17. Oktober, 0 Uhr, in Kraft treten und zunächst für zwei Wochen Gültigkeit besitzen.

Allerdings erklärt Kurzbach auch, dass diese Ankündigung vorbehaltlich der Regelungen erfolgen muss, die womöglich noch vom Land Nordrhein-Westfalen formuliert werden. Das Land NRW hat gegenüber den Kommunen heute keine Regelungen erlassen. Nach jetzigem Stand will die NRW-Landesregierung ihre Vorgaben am morgigen Freitag genauer benennen. Dann ist womöglich auch noch einmal ein Abgleich notwendig.

"Wir reagieren zwar auf die Entwicklungen bei uns in Solingen sowie auf die veränderte Lage in der gesamten Bundesrepublik", sagt Kurzbach. "Aber auch wenn die Gefahr steigt - wir haben die Lage in Solingen nach wie vor im Griff und sind auf diese Entwicklung vorbereitet." Das Gesundheitsamt der Stadt wird umgehend mit weiterem Personal verstärkt, um das Geschehen tagesaktuell aufarbeiten zu können. Und die Testkapazitäten werden erweitert, wenn der Bedarf ähnlich hoch bleibt wie im Moment. Die Planungen für ein zweites Testzentrum, das Bethanien entlasten soll, werden ab sofort forciert.  

Im Detail müssen sich die Solingerinnen und Solinger ab Samstag auf folgende zusätzlichen Regeln einstellen:

 

    Ausdehnung der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf öffentlichen Plätzen, an Bushaltestellen und in Fußgängerzonen.
    Begrenzung der Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen auf 100 Personen (Konzerte, Theater, Sportplätze, Sporthallen ...). Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes
    Einführung von Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum auf maximal 5 Personen, wenn sie nicht miteinander verwandt sind oder zu mehr als zwei Haushalten gehören. (Denn das ist die Regelung, die das Land bereits vor dem Gipfel am Mittwoch erlassen hat und von der daher vermutlich auch nicht abgerückt wird. Allerdings ist hier eventuell noch abzuwarten, was morgen vom Land kommt.)
    Die verbindliche Einführung einer Sperrstunde für Gastronomiebetriebe, die zwischen 23 und 6 Uhr gilt, einschließlich eines generellen Außenabgabeverbotes von Alkohol.
    Die weitergehende verbindliche Beschränkung der Teilnehmerzahlen für Feiern auf 10 Teilnehmer im öffentlichen Raum sowie auf 10 Teilnehmer aus höchstens zwei Hausständen im privaten Raum.

Dies alles muss noch formalrechtlich in eine Allgemeinverfügung gegossen werden, wenn das Land seine Regelungen festgelegt hat. Darauf verweist Rechts- und Ordnungsdezernent Jan Welzel, der auch zugleich Leiter des Krisenstabes ist. "Aber uns ist wichtig, jetzt schon den Rahmen des Regelpakets abzustecken, auf das sich die Solingerinnen und Solinger leider werden einstellen müssen."

Der vollständige Wortlaut des Papiers mit den Ergebnissen der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder ist hier zu finden:

www.bundesregierung.de/resource/blob/997532/1798920/9448da53f1fa442c24c37abc8b0b2048/2020-10-14-beschluss-mpk-data.pdf?download=1

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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