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11. September 2020

Die Geschichte liegt am Weg

 

Die Geschichte liegt am Weg

 

Geschichtsträchtige Gebäude auf so kurzer Strecke gibt es in Solingen auch nicht allzu oft. An der Leichlingerstrasse/Haasenmühle sind beinahe alle Gebäude in Hofschaften aus längst vergangener Zeit. Man kann die Orte von der Straße aus sehen. Es gibt allerdings auch einen parallelen Wanderweg der von Schirpenbruch bis zur Hofschaft Hasenmühle geht.

 

Der kleine Ausflug in die Geschichte beginnt bei Schirpenbruch. Schirpenbruch (früher Schirpenbroich) war ein frei Adeliges Lehnsgut der Grafen von Berg und Wohnsitz der Familie von Schirpe. Erste Erwähnung war wohl ein Wechsel der Besitzer 1455. Hier übernimmt eine Familie von Overheid das Anwesen. Späterer Besitzer wurde Johann Friedrich von Metternich. Schirpenbroich hat auch in der Geschichte des Amtes Solingen eine Rolle gespielt. So spielten auf Schirpenbruch Amtmänner eine wesentliche Rolle bei Grenzstreitigkeiten und der Rolle der Handwerksbruderschaften. Einen geordneten Nachlass für mit Aufnahme in Archive ist nicht vorhanden. So ist die Geschichte des Hauses Schirpenbruch keinesfalls vollständig.

 

Nächster Platz in der Geschichte ist die Oelmühle. Erwähnenswert ist noch, dass alle Gebäude/Hofschaften am Nacker Bach liegen. Bei der Oelmühle liegen Quellen vor die bis in das 17. Jahrhundert reichen. Hier wird ein Antrag auf Baugenehmigung von 1685 genannt. Johann Hollweg errichtete demnach die Oelmühle zu dieser Zeit. Im jahre 1715 ist das Anwesen bereits in der Karte Topografia Ducatus Montani verzeichnet. Die Oelmühle wurde alsbald in einen Schleifkotten umgewandelt. Dieser Kotten in der Mühle war noch bis ins Jahr 1933 in Betrieb. Heute ist die Oelmühle ein Wohnhaus.

 

Die Hofschaft Hasenmühle liegt am Nacker Bach wie ein Freilichtmuseum. Die gesamte Hofschaft stammt aus der gleichen Zeit wie die Gastronomie Hasenmühle die auf der anderen Seite der Straße liegt. Die Hasenmühle wurde wohl im 15. Jahrhundert errichtet. Bekannt ist bei der Gastronomie Hasenmühle noch ein Mietkontrakt aus dem Jahre 1711. Hier vermietete Arnold Robert von Nesselrode dem Eberhardten Moller die Mühle und den Garten. Ferner wurde Moller vertraglich verpflichtet, den Pächtern von Nesselrode ohne Berechnung das Korn zu mahlen. Später gab es einen Zusatz in diesem Pachtvertrag. Hier wurde der Mieter verpflichtet, ein neues Stech (eine Brücke) über die Wupper zu errichten, falls es entzweiginge. Das Holz für den Vorgänger der heutigen Wupperbrücke hatte der Mieter zu stellen. Eine richtige Brücke wurde aber erst zur Franzosenzeit gebaut, als die Provinzialstraße Solingen – Langenfeld angelegt wurde. Früher wurde Haasenmühle mit einem „a“ geschrieben. Die Hofschaft Haasenmühle hat sich im Laufe der Jahrhunderte fast nicht verändert. Vermutlich im frühen 15. Jahrhundert als „Kreuwelsmolen“ entstanden, handelte es sich um eine mit Wasserkraft betriebene Getreidemühle. Im 18. Jahrhundert noch lebten die Bewohner von Landwirtschaft, Brauerei, Brennerei, Hausweberei und Ölherstellung. Die Oelmühle liegt höher an der gleichen Straße. Namentlich erwähnt wird die Schankwirtschaft jedoch erst in einem Pachtvertrag des Jahres 1951 zwischen dem Eigentümer Egon Graf von und zu Westerholt und dem Landwirt Alfons Schmitz. So zieht sich die Geschichte in Form von Kotten und Mühlen, von Rittersitz bis Schleifkotten entlang der kurzen Straße bis an die Wupper.

 

Und wer jetzt noch weitere geschichtsträchtige Orte besichtigen möchte der hat dazu die Gelegenheit.

 

Von Hasenmühle links ab geht es zum Wipperkotten. Es sind nur einige hundert Meter. Der Doppelkotten wurde wohl im 17. Jahrhundert erbaut. Die Schleifer kamen aus den umliegenden Hofschaften Wippe und Hasenmühle. Auch heute wird dort noch geschliffen und Besuchern wird das alte Handwerk vorgeführt. Das vordere Gebäude ist bewohnt. Natürlich kann sich der geschichtsbewusste Mensch auch für die andere Seite der Wupper entscheiden.

 

Dem Kotten direkt gegenüber liegt Gut Nesselrath auf der Leichlinder Seite. Als Lehen, der Abtei Deutz, wird Nesselrath (auch Nesselrode) im Jahre 1303 erstmalig erwähnt. Früher war es eine zweiteilige Wasserburg und ein Rittersitz. Dieser wurde auch von der Familie Ketteler bewohnt und umfangreich ausgebaut. Heute ist das Torhaus und Teile der Ringmauer noch erhalten. Es ist ein landwirtschaftlicher Betrieb dort untergebracht.

 

© Peter Nied 8/2020

 

 

 

Quellen: wikipedia

 

Natascha Wessel/Peter Nied-Solingen-Aufderhöhe: Zwischen Tradition und Moderne/epubli Verlag Berlin

 

Tettinger

 

Zeitspurensuche

 

Lunkenheimer

 

 

 

Nachweis Fotos:

 

Schirpenboich/Andreas Erdmann

 

Hasenmühle Ort/Andreas Erdmann

 

Oelmühle/LVR

 

Hasenmühle/Peter Nied

 

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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