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27. August 2020

St. Lukas Klinik nimmt Friedensdorf-Kinder auf



Bei der Oberhausener Hilfsorganisation warten pandemiebedingt  die jungen  Patienten aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt auf freie Betten.

Gerade in Coronazeiten geht es den Kriegskindern der Hilfsorganisation Friedensdorf International besonders schlecht. Nur wenige Krankenhäuser können im Moment die verletzten Kinder zur Behandlung aufnehmen. Schlimmer noch: Geheilte Kinder kommen so gut wie gar nicht in ihre Heimatländer zurück, Kriegskinder, die noch Anfang Februar aus Afghanistan zur Behandlung nach Deutschland eingeflogen wurden, warten seither im Heim an der Rua Hiroshima in Oberhausen auf die oft lebenswichtige Behandlung. Ursprünglich half ein Stamm von etwa 120 deutschen Krankenhäusern, aktuell allerdings ist die Zahl wesentlich geringer. „Wir registrieren immer noch, dass die Kliniken nach dem Lockdown verhaltener die Kinder aufnehmen und das bundesweit“, zeigt sich Sprecherin Claudia Peppmüller besorgt. Im Moment seien 147 kranke, aber auch genesene Kinder im Dorf.

Im Friedensdorf hat man durch die Pandemie zusätzliche Probleme. Die Spenden, mit denen sich die Friedensengel aus dem Ruhrgebiet ausnahmslos finanzieren, gehen stark zurück.

Doch jetzt gibt es erste gute Nachrichten. Seit Dienstag ist ein Friedensdorf-Kind in der Solinger St. Lukas Klinik. Der Zustand des kleinen Omid verschlechterte sich im Mai zusehends. Der Sechsjährige leidet an einer Knochenentzündung (hämatogene Osteomyelitis) am linken Unterschenkel. Ein Krankenhaus im Ruhrgebiet nahm ihn auf, dort erfolgte eine erste Operation.  Doch seit Juli macht Omids Bein wieder Probleme.  Zusammen mit der Krankenhaus-Abteilung von Friedensdorf International entschied man sich in der Solinger Klinik zur Aufnahme des sechsjährigen Afghanen. Dort wurde Omid am Dienstag eingehend untersucht, bevor die Chirurgen unter Chefarzt Dr. Markus Meibert den Jungen vermutlich mehrmals operieren müssen. Omid ist das dritte Kriegskind seit vergangenem Sommer, das in der Ohligser Klinik behandelt wird. Meibert, auch Ärztlicher Direktor im Unternehmen, sagt: „Wir haben ein christliches Weltbild, es ist unsere Haltung als katholisches Haus, die uns gar nicht anders reagieren lässt.“

Die St. Lukas Klinik und die Partnerkliniken der Kplus Gruppe in Haan, Hilden und Opladen nehmen regelmäßig Friedensdorf-Kinder auf.  Operiert werden die jungen Patienten kostenlos.  Vom Friedensdorf geschulte Helfer kümmern sich zusammen mit dem Pflegepersonal bis zu ihrer Entlassung um die Kinder.

Nach einer Genesungsphase gehen die Kriegs- und Krisenkinder ausnahmslos zurück in ihre Heimatländer und zu ihren Eltern. In den nächsten Wochen wird eine Sondermaschine nach Afghanistan abheben – hoffentlich, denn zu unsicher ist die Weltlage. Mit dabei ist dann auch Amir, ein Kind, das erst vor wenigen Wochen in Ohligs geheilt wurde. Das, so Dr. Markus Meibert, sei schon eine anspruchsvolle Operation gewesen. Dem kleinen Kerl, dem der Knochenfraß das gesamte Schienbein genommen hatte, wurde stattdessen ein Teil seines eigenen Wadenbeins eingesetzt. Amir lernt mit Hilfe einer Physiotherapeutin jetzt wieder das laufen.

Sayed, einem zweiten Kind, das im August mit einer Friedensdorf-Maschine in Düsseldorf landete und von Solinger DRK-Helfern zuerst wie Amir in die Lukas-Klinik gebracht wurde, konnte nur im Partnerkrankenhaus St.Remigius in Opladen geholfen werden. Dort ersetzte ein Team um den orthopädischen Chirurgen Priv. Dozent Dr. Ralf Decking die nach einem Unfall zertrümmerte Hüfte des 12-Jährigen. Längst kann Sayed wieder an Krücken laufen. Doch die Helfer wissen, dass noch weitere Operationen folgen werden.

Für Omid begann am Dienstag der Weg in ein besseres Leben. Von Oberhausen brachte ihn der Solinger Friedensdorf-Helfer Manuel Lisboa in die Klinik an die Schwanenstraße. Dort wurde der Sechsjährige von Ärzten und dem Solinger Friedensdorf-Botschafter Uli Preuss in Empfang genommen.  Omid wurde sofort unter Beachtung der Coronaregeln eingehend untersucht.  Sein Befund ist wie bei den meisten afghanischen Kindern der einer Knochenentzündung. Meist durch einen leichten Sturz hervorgerufen, hat der junge Körper durch Mangelernährung und Armut, dieser schweren Form der Knochenentzündung nichts entgegenzusetzen. Eine Behandlung im Heimatland am Hindukusch könnten sich die bitterarmen Eltern niemals leisten.

 

 

 

Foto: Friedensdorf

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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