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14. Juli 2020

Corona: Stadt startet Reihentests


Corona: Stadt startet Reihentests

Solingen/Ergebnisse fließen in wissenschaftliche Studie ein

In dieser Woche starten die angekündigten Reihentestungen auf das neue Corona-Virus (SARS-CoV-2), die in den nächsten Wochen in allen stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen in Solingen durchgeführt werden. Das Virus verursacht die Lungenerkrankung COVID-19, die vor allem bei älteren und vorerkrankten Personen einen schweren Verlauf nehmen kann. „Wir alle haben gelernt, dass wir bestimmte Regeln einhalten müssen, damit das soziale und gesellschaftliche Leben in Corona-Zeiten schrittweise wieder aufleben kann. Jetzt geht es darum, trotzdem vor allem die Menschen zu schützen, die besonders gefährdet sind. Deshalb arbeiten wir präventiv und können frühzeitig wirkungsvoll eingreifen, sollte es nötig sein,“ erläutert Sozialdezernent Jan Welzel.

Insgesamt sind in den kommenden Wochen rund 4000 Tests in 30 Einrichtungen geplant. Abhängig davon, in welchen Häusern gerade getestet wird, werden dabei bis zu 600 Abstriche pro Woche von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie von Mitarbeitenden genommen und ausgewertet. Die Aktion startet aus logistischen Gründen in den größeren Häusern. Getestet wird grundsätzlich an zwei Tagen, immer montags und dienstags - in dieser Woche am Montag in Ohligs im St. Lukas-Pflegeheim (160 Tests) und am Dienstag im St. Joseph Altenheim (220 Tests).

Zwei Test-Teams sind unterwegs mit jeweils acht Testern, einem Arzt und einer Verwaltungskraft. An zwei Wochentagen nehmen sie die erforderlichen Abstriche, an den anderen Tagen wird ausgewertet und dokumentiert. Nach zwei Tagen liegt das Ergebnis vor und wird den Getesteten zugeschickt. Ist es positiv, meldet sich das Gesundheitsamt unverzüglich und leitet alle notwendigen Schritte ein.

Zehn Tage vor dem Termin werden die Einrichtungen schriftlich informiert. So bleibt genügend Zeit, damit auch die notwendigen Einverständniserklärungen eingeholt werden können, denn die Teilnahme ist immer freiwilligt. Am Freitag vorher findet eine Ortsbegehung statt. Dabei wird der Ablauf im Detail geklärt.

Einen ersten Probelauf gab es in der vergangenen Woche bereits im Theodor-Fliedner-Haus. Dort wurden 57 Tests durchgeführt bei insgesamt 69 Meldungen. Gefehlt haben vor allem Mitarbeitende, die gerade im Urlaub oder in der Freizeit waren. „Aber einige sind trotzdem extra gekommen“, berichtet Timo Trampert, der für das Gesundheitsamt die Testteams leitet und auch eine Studie zur Reihentestung begleitet. Der junge Arzt ist sehr zufrieden mit der Resonanz: „Wir stoßen auf große Akzeptanz und sind optimistisch, dass es eine sehr rege Beteiligung gibt. 70 bis 80 Prozent wären gut“. Die gute Organisation der Abläufe sei bereits im Testlauf gelobt worden. 

Die Serien-Tests bringen nicht nur Sicherheit für die Getesteten und ihr Umfeld, sondern dienen auch der wissenschaftlichen Forschung rund um COVID-19: Die Ergebnisse fließen ein in eine Studie, die der Stadtdienst Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Lungenfachklinik Bethanien durchführt. Auch dabei ist die Teilnahme freiwillig. Ziel ist es, das Auftreten latenter Infektionen zu erfassen und Aufschluss zu erhalten über mögliche Ansteckungswege und die Wirksamkeit von Hygienemaßnahmen. Daten und Untersuchungsergebnisse werden dafür pseudonymisiert erfasst und ausgewertet.

Auf den akuten Corona-Ausbruch im Sen-Vital Seniorenpark am vergangenen Wochenende war die Stadt trotz laufender Reihentestungen gut vorbereitet. Unverzüglich wurde ein drittes Team zusammengestellt aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt, der Lungenfachklinik Bethanien und des DRK. Sie führten dort die notwendigen Tests durch. Auch bei der weiteren Organisation wird das aktuelle Ausbruchsgeschehen immer mit berücksichtigt. Bei den Reihentestungen stehen in der nächsten Woche die drei Häuser des Seniorenzentrums Bethanien auf dem Plan, am Montag Haus Ahorn mit 220 Tests, am Dienstag die Häuser Buche und Eiche mit insgesamt rund 290 Tests. Bei Bedarf wird der Ablauf angepasst.

PM Stadt Solingen

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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