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06. April 2020

Corona-Krise: Behandlungskapazität wird ausgebaut





Stadt und Krankenhäuser setzen Stufenkonzept um

Solingen/In der Corona-Krise bereiten sich die Stadt Solingen und die Krankenhäuser in der Klingenstadt gemeinsam für den Fall vor, dass es zu einem deutlichen Anstieg an Infektionen und damit zu starken Belastungen in den Kliniken kommen kann. Zugrunde liegen die derzeitigen Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts (RKI): Die bisherigen Maßnahmen können nur zu einer Verlangsamung der Krankheitsausbreitung beitragen. Coronaerkrankungen verlaufen überwiegend leicht bis mäßig (80 Prozent). Doch kann es auch zu schweren und zum Teil lebensbedrohlichen Verläufen kommen (20 Prozent).

Die Stadt Solingen legt die Annahmen des RKI zugrunde und hat darauf aufbauend in enger Abstimmung mit den Krankenhäusern einen Stufenplan zum Ausbau stationärer Behandlungsplätze entwickelt. So wird sichergestellt, dass eine große Anzahl erkrankter Personen optimal versorgt werden kann: Schwerstkranke intensivmedizinisch mit Beatmungsgerät, schwer Erkrankte mit einer adäquaten medizinischen Behandlung. Das Konzept berücksichtigt auch, dass die reguläre Gesundheitsversorgung im Stadtgebiet jederzeit sichergestellt bleibt.

Aktuell ist davon auszugehen, dass die Zahl der Erkrankten Ende Mai ihren Höchststand erreichen wird. Zum heutigen Zeitpunkt ist deshalb noch keine unmittelbare Verstärkung erforderlich. Das Stufenkonzept beschreibt die Maßnahmen einer bedarfsgerechten Anpassung und sichert die medizinische Leistungsfähigkeit, sollte die Zahl der Erkrankten steigen.

Das Stufenkonzept

Stufe 1: Stationsbetten innerhalb der Kliniken

Stufe 1.1.: Die Solinger Kliniken verdoppeln die Zahl ihrer Intensivbetten (bisher 51) und stellen insgesamt 112 Intensivbetten zur Verfügung. Intensivbetten sind Betten mit Beatmungsmöglichkeit, sodass schwerstkranke Menschen optimal versorgt werden können.
Stufe 1.2.: Die Solinger Kliniken stellen insgesamt 297 Betten für die stationäre Versorgung zur Verfügung, fast alle (278) mit vorhandener Sauerstoffversorgung. Damit können schwer erkrankte Personen, die auf medizinische Betreuung angewiesen sind, versorgt werden.
Das zusätzlich benötigte Personal weist die Stadt Solingen zu, unter anderem aus dem Pool der medizinischen Helfer (Ärzte und Pflegepersonal), die sich nach Aufruf gemeldet haben.

Stufe 1 wird derzeit vollständig umgesetzt.

Stufe 2: kliniknahe Behandlungskapazitäten

Stufe 2 dient der Bereitschaft: Die Behandlungskapazitäten werden so vorbereitet, dass sie abhängig vom Verlauf der Pandemie umgehend aktiviert werden können, sollte sich der Bedarf durch die Entwicklung der Fallzahlen abzeichnen. Insgesamt 100 zusätzliche Betten stehen kliniknah zur Verfügung, sodass nach Klinikstandard behandelt werden kann.

Das Versorgungsniveau wird an die Lage angepasst in Teilschritten umgesetzt. Mittel werden verhältnismäßig eingesetzt, das Gebot wirtschaftlichen Handelns beachtet.

Material und Ausstattung, die nach der Pandemie weiter verwendet werden können, beschaffen die Krankenhäuser ab sofort. Weitere Beschaffungen richten sich grundsätzlich nach der geplanten Inbetriebnahme. Davon ausgenommen sind jedoch alle Artikel, die zu einem späteren Zeitpunkt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr erhältlich sind. Sie werden jetzt beschafft.

Stufe 3: konzeptionelle Vorplanung

Diese Stufe ist im Konzept vorgedacht. Einzelne Schritte zur Umsetzung werden aber erst dann konkretisiert, sollte sich ein Bedarf abzeichnen.

Im Kern geht es darum, weitere Bettenkapazitäten an einem externen Standort bereitzustellen.

Die Umsetzung

Krankenhaus Bethanien

    Stufe 1.1: Bereitsstellung von 50 Intensivbetten (Betten mit Beatmungsmöglichkeit)
    Stufe 1.2: Bereitstellung von 100 Betten für die stationäre Unterbringung mit Sauerstoffversorgung.
    Stufe 2: 50 Betten werden krankenhausnah in der Kapelle Bethanien in Bereitschaft gehalten.

Städtisches Klinikum Solingen

    Stufe 1.1: Bereitsstellung von 48 Intensivbetten (Betten mit Beatmungsmöglichkeit)
    Stufe 1.2: Bereitstellung von 172 Betten für die stationäre Unterbringung mit Sauerstoffversorgung.
    Stufe 2: 50 Betten als krankenhausnahe Behandlungskapazität werden auf dem Gelände des Klinikums (Blauer Salon und Unterrichtsräume) in Bereitschaft gehalten.

St. Lukas-Klinik (Kplus Gruppe)

    Stufe 1.1.: Bereitstellung von insgesamt 14 Intensivbetten (Betten mit Beatmungsmöglichkeit)
    Stufe 1.2.: Bereitstellung von 25 Betten für die stationäre Unterbringung, davon sechs mit Sauerstoffversorgung.

Praxisklinik im Südpark

In das Konzept mit einbezogen wird auch die Praxisklinik im Südpark: Medizinisches und pflegerisches Personal wird bei Bedarf im Krankenhaus Bethanien eingesetzt: 80 Prozent  innerhalb von 24 Stunden, Weitere 20 Prozent innerhalb von 72 Stunden.
Zudem stellt die Praxisklinik dem Krankenhaus Bethanien innerhalb von 72 Stunden auf Abruf insgesamt neun Beatmungsgeräte (Narkosegeräte) zur Verfügung.


   
   
   

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Kommentare: 1
  • #1

    Monika (Montag, 06 April 2020 20:03)

    Ich habe gelesen das eine sportklinik ihre 250mitarbeiter ..Pfleger und Ärzte in kurzarbeit schicken mußte kann mir das mal einer erklären?meine hüfte op mußte auf unbestimmte zeit verschoben werden wegen corona auf unbestimmte zeit und das wo ich so schmerzen habe ...

GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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