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18. März 2020

JETZT WIRD ES ENG IN SOLINGEN




JETZT WIRD ES ENG

Solingen/Auch die Einzelhandelsgeschäfte in Solingen schließen heute und Personenansammlungen über 15 Personen sind verboten


Novellierter Landeserlass von Dienstag Nacht wird in Solingen umgesetzt

Nachdem die Stadt Solingen gestern Nachmittag eine Allgemeinverfügung zu weiteren Beschränkungen des öffentlichen Lebens in der Klingenstadt bekannt gemacht hatte, die einen entsprechenden Landeserlass vom gestrigen Tag detailgetreu und konsequent umsetzte, hat das Land in der Nacht um 23.14 Uhr seine eigene Erlasslage überarbeitet. Die Stadt Solingen arbeitet zurzeit daran, die neuen Vorgaben in eine weitere Allgemeinverfügung einzuarbeiten und bis 12 Uhr bekanntzumachen. Als erste Konsequenz der neuen Rechtslage ergibt sich unter anderem, dass alle Einzelhandelsgeschäfte, die nicht der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten dienen, heute noch schließen müssen. Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Solingen ist deshalb, noch vor Bekanntgabe der neuen Allgemeinverfügung, bereits im Stadtgebiet unterwegs, um die Einzelhändler in den Stadtteilen über die neue Situation zu informieren.

Die Stadt Solingen appelliert an das Land NRW, zum effektiven Schutz der Bevölkerung endlich landeseinheitliche Regelungen zu schaffen, die den Charakter von Verordnungen des Landes haben müssten, da sie auf diese Weise für die Kommunen unmittelbar geltendes und anwendbares Recht wären. Erlasse müssen erst durch die Kommunen in Ortsrecht umgewandelt und ortsüblich bekannt gemacht werden. Das kostet nicht nur Zeit; es bleiben Auslegungsspielräume, die von den Gemeinden offensichtlich unterschiedlich interpretiert werden. So ist es zu erklären, dass gestern Remscheid und Wuppertal, anders als Solingen, bereits die Schließung von Einzelhandelsgeschäften anordneten. Die Remscheider und Wuppertaler Regelungen sind auch jetzt noch weitergehend als die des Landeserlasses von Dienstagnacht. Solingen wird seine neue Regeln aber an die in den beiden anderen Bergischen Großstädten anpassen, damit nicht Schutzmaßnahmen durch einen Ortswechsel konterkariert werden können.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach: „Ich habe gestern Abend spät noch mit Regierungspräsidentin Birgitta Rademacher telefoniert und unseren dringenden Wunsch nach Landesregelungen vorgebracht und bin bei ihr auf sehr viel Verständnis gestoßen. Das Infektionsschutzgesetz gibt dem Land durchaus die Möglichkeit, hier klare Verhältnisse zu schaffen. Heute noch bitte ich die Regierungspräsidentin eine telefonische Abstimmung der Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte mit der Landesregierung zu organisieren. Ich habe ihr heute Vormittag dargelegt, dass es die Schutzmaßnahmen eher schwächen würde, wenn wir nicht zu landeseinheitlichen Regeln kommen.“

Kurzbach: „Kein Bürgerin und kein Bürger kann verstehen, wenn in jeder Stadt andere Regeln gelten. In einer Krise wie der aktuellen kann es passieren, dass anfangs nicht alle Räder ineinandergreifen, wie sie es sollten. Es werden im Augenblick in hoher Frequenz auf allen Ebenen Entscheidungen getroffen. Die müssen aber koordiniert, konsequent und einheitlich sein, wenn sie effektiv sein sollen. Die Menschen in unserem Land müssen sich weiter wie bisher auf ein einheitliches Handels des Staates verlassen können. Es geht mir explizit nicht darum Schuldzuweisung. Wir alle in Verantwortung leisten gerade alles, was in unseren Kräften steht.“

 

 

PM Stadt Solingen

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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