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03. Oktober 2018

Geschichte der Bestecke

Besteckhaus Glaub in Köln – von der Austerngabel bis zur Zuckerzange

Köln/Solingen-Das Kölner Besteckhaus Glaub ist als Fachhandel in seiner Art wohl einmalig. Glaub ist in Europa das einzige Geschäft im Segment „Gedeckter Tisch“ das ausschließlich mit Bestecken handelt. Zur Geschichte des Unternehmens führten wir ein Gespräch mit Frau Anita Glaub und dem Inhaber Herrn Hermann Freiß. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 1950 und ist nach einem Umzug an die Hinterseite des Gebäudes bis heute in der Komödienstraße 107 untergebracht. Parallel zum Ladenverkauf baute Bodo Glaub in über 40 Jahren eine der größten Bestecksammlungen der Welt auf.

Ausgestellt wurde die umfangreiche Sammlung in einem eigenen Museum. Die Zeit der Gotik und Renaissance waren ebenso wie Kultlöffel aus Afrika die Schwerpunkte der Sammlung Glaub. Alleine der Aufenthalt im Ladenlokal strahlt eine Ruhe aus, die man heute bei unserem hektischen Verhalten nicht mehr findet. Eine Optik, in der ich zunächst keinen wirklichen Zielpunkt setzen kann. Ab Hüfthöhe stehen im ganzen Laden Vitrinen mit einer Vielfalt an Bestecken und Zubehör. Die Inneneinrichtung gestaltete im Jahre 1958 der Hausarchitekt des Hauses „4711“ Herr Wilhelm Koep. Schränke und Unterschränke mit Schubladen wurden auch in – und über Ecken des Raumes abgerundet eingebaut. Die Deckenbeleuchtung ist auch aus dieser Zeit. Und hier liegen über 500 Modelle aus unterschiedlichen Materialien an Klinge und Griff (Heft). Holz und Metall, Perlmutt und Edelstahl, Silber und Gold liegen nebeneinander und warten auf ihren Einsatz. Die Austerngabel, wie der Kaffeelöffel bis zur Zuckerzange. Die Holzgabel der Menschenfresser von den Fidschi-Inseln sei aber nicht verkäuflich, versichert mir Frau Glaub.

Bestecke namhafter Hersteller aus einigen europäischen Ländern, Deutschland und vor allem Solingen werden zum Verkauf angeboten. Einmal in der Woche ist Herr Freiß mindestens in der Klingenstadt bei den Besteck-Firmen und diese Kontakte bestehen seit Gründung des Hauses Glaub. Schnäppchen gibt es bei Glaub keine, Qualität steht seit über 60 Jahren im Vordergrund. Glaub erstellt Gutachten und gibt Wertschätzungen ab. Kunden möchten Besteckteile nachkaufen oder reparieren lassen. Klingen werden ausgewechselt oder das ganze Besteckteil wird aufgearbeitet. Nicht selten hat eine solche Reparatur auch ihren stolzen Preis. Da muss ein Tafelmesser aus Silber in der Länge aufgeschnitten werden, die neue Klinge wird eingelegt, für einen festen Sitz der neuen Klinge wird verzinnt, wieder verlötet und abschließend die Oberfläche neu bearbeitet werden.
Bei diesem Service und dem Angebot an neuen Bestecken hat Glaub dann auch entsprechende Kundschaft. Zu Glaub kamen Bundespräsidenten, Schauspieler, Politiker und Nobelpreisträger, teilen mir Frau Glaub und Herr Freiß mit. Namen möchte man keine nennen, da überwiegt die Diskretion. Ich fand dann aber doch noch heraus, dass Schauspieler Curd Jürgens 1963 sich von Bodo Glaub eine Garnitur aus Zinn anfertigen ließ.

Hermann Freiß übernimmt aber auch die Aufgabe des Lehrmeisters. Mit seinem umfangreichen Fachwissen erklärt er immer wieder Koch Azubis und Teilnehmern der Kölner VHS, wofür welches Besteckteil gedacht ist, wie es benutzt wird und gibt einen tiefen Einblick in die Produktion der Bestecke.

von Peter Nied
Fotos: Glaub/Nied

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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