solinger-rundschaus Webseite!
Solingen und mehr
  • Solingen und mehr
  • Panorama
  • Aus der Stadt
  • Solingen früher
07. August 2018

CHRONIK EUROPÄISCHE DOLCHE

CHRONIK EUROPÄISCHE DOLCHE

von Peter Nied ©

Der Dolch in den Feudalheeren vom Ende des 5. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Der Dolch ist eine kurze Stichwaffe mit schmaler oder breiter, gerader oder z. T. gekrümmter, ein - oder zweischneidiger Klinge und einem Handgriff.

Man hält die meisten Dolche mit der Faust so, dass sie mittels flinker Armbewegung von oben nach unten in den Gegner gestoßen werden können. Die europäischen Dolche unterscheiden sich vom Messer nicht nur durch ihre eigentliche Funktion, sondern auch in der Gestaltung der Griff - Form. Gerade Dolchgriffe laufen in einen sogenannten Knauf aus, die meisten Messer besitzen ein oben
abgewinkeltes Heft mit einer Metallkappe.
Die meisten europäischen Dolchgriffe des Mittelalters bestanden aus einem auf die Angel aufgesetzten und geschlossenen Griffteil, beim Messer jedoch herrschten Griffschalen vor. Bei der Stichwaffe wurden am Griffstück Parierstangen oder andere Begrenzungsstücke montiert. Der Dolch spielte in der Zeit bis in das 13. Jahrhundert als Waffe keine erwähnenswerte Rolle. Bei einer vollständigen Bewaffnung steht der Dolch als Drittwaffe. In einem Kampf wurde der als letzte Waffe eingesetzt. Weil der Dolch leicht war, wurde er in Friedenszeiten auch gerne zur Selbstverteidigung von Adeligen getragen.

Vor allem die Körperpanzerung war Ursache der Wiedereinführung des Dolches gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Im Nahkampf war diese Waffe besonders zum Stich in die Lücken der Panzerung geeignet. Von manchen Rittern wurde der „Ringknaufdolch“ getragen. Durch eine Kette an der Brustplatte der Rüstung befestigt war er schnell griffbereit.

Mittelalterliche Dolche hatten auch Spezialbezeichnungen. Durch die knollenartige Verdickung am unteren Griff - Ende kam der „Nierendolch“ zu seiner Bezeichnung. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts liegt zwischen Klingenansatz und Griff eine bogenförmige Platte aus Metall. Aus der Abwinkelung kann geschlossen werden, dass der Dolch als Klingenfänger eingesetzt wurde. Der„Nierendolch“ hatte vorwiegend eine stabile einschneidige Klinge.

Ab dem 15. Jahrhundert sind die Klingen der Dolche schmal und im Querschnitt vierkantig. Im Gebiet der Hanse war ein Typ des „Nierendolches“, („Stekemest“), Standesabzeichen. Bürger, die gegen Lohn arbeiteten, oder Lehrlinge, durften ihn nicht tragen (Ullmann, WKK, 1961).Besondere Merkmale besitzt auch der „Scheibendolch“. An beiden Griffabschlussenden hat er je eine Scheibe in Tellerform. Die eine diente als Knauf, die andere als Parierscheibe.Die Klingen sind z. T. schlank und vielkantig. Der „Scheibendolch“ wurde vom 13. bis zum 16. Jahrhundert eingesetzt. Zwei schräg gestellte Scheiben in Ohrenform am oberen Griff - Ende bezeichnen den „Ohrendolch“. Im 14. Jahrhundert waren z. B. in Spanien und Italien fein verzierte „Ohrendolche“ verbreitet. Der Dolch hatte eine zweischneidige Klinge. Ein kleines Stück der Klinge war ungeschliffen. Einige Dolche gleichen im Gefäß den damaligen Schwertern mit den Parierstangen. Die Dolchknäufe sind reich verziert, einige sind aus Buntmetall und hohl. Die zweischneidigen Klingen verjüngen sich nach vorn sehr stark.

Eine Ähnlichkeit hatte auch der „Schweizerdolch“. Die Griffstücke sind aus Holz und erweitern sich an beiden Seiten zu Querbalken. Im 13./14. Jahrhundert sind sie sehr stabil und im 15. Jahrhundert wirken sie schlanker. Der Dolch wurde am Gürtel getragen. Eingesteckt wurde er in eine hölzerne, mit Leder bezogene, Scheide. All zu oft wurde der Dolch auch zu hinterlistigen Meuchelmorden benutzt.

So erlangte der Dolch nie die Symbolkraft wie das Schwert, das für Recht und Macht stand. Auch in den Söldnerheeren des 16. Und 17. Jahrhunderts spielte der Dolch weiterhin eine wichtige Rolle. Jetzt konnten sich auch Angehörige der unteren Schichten einen Dolch oder ein Messer leisten. Eine tragende Rolle erlangte diese kurze Waffe als „Linkehanddolch“ beim Fechten.
Die großen Meister des Fechtens waren zur damaligen Zeit die Italiener und Franzosen. Sie entwickelten eine besondere Technik in einer Kombination mit Rapier und Dolch. Beim Schrittausfall wurde der Rapier verwendet, zur Abwehr der gegnerischen Klinge diente der Dolch. Diese Taktik wurde überwiegend bei den Duellen angewendet.

Bis Mitte des 16. Jahrhunderts hielten sich noch einige der alten Dolchtypen wie „Scheiben“-,“Nieren“-und „Ohrendolch“.
Sie verloren aber im Laufe der Zeit ihre Zweckbestimmung, weil die Körperpanzerung immer mehr wegfiel. In Deutschland trug man im 16. Jahrhundert den „Landsknechtsdolch“. Auch der „Schweizerdolch“ behielt im 16. Jahrhundert seine typische Form. Oft hatte diese Waffe kunstvoll gestaltete Scheiden aus Messinggussstücken und waren vergoldet. Dieser wertvoll verzierte Dolchtyp wurde in der Zeit zwischen 1560 und1590 in Basel, Zürich und Bern hergestellt und war bis Süddeutschland verbreitet.

Etwas Besonderes zu dieser Zeit war der „Linkehanddolch“ mit Springklinge. Von einer festen Mittelklinge ausgehend lassen sich zu beiden Seiten, bis zu einem Winkel von 70 Grad, zwei weitere schmale Klingen abspreizen. Mittels Knopf oder Hebel war diese mechanische Waffe damals einzigartig. Diese Dolchtypen wurden in Italien entwickelt und waren im europäischen Raum bis Mitte des
17. Jahrhunderts im Gebrauch.

Ebenfalls zu den Dolchtypen gehören die italienischen „Cinquedeen“ und das „Stilett“. Das „Stilett“ wird auf Anfang des 16. Jahrhunderts datiert. Unter den unteren Volksschichten Spaniens wurde das „Navaja“ auch als Waffe eingesetzt, obwohl es ein Messer und kein Dolch war. Dieses eigentliche Wurfmesser hatte eine Gesamtlänge von bis zu 40 cm. Über 1 Meter lange Ausführungen sind ebenfalls
bekannt. Das „Navaja“ war einschneidig und hatte eine Arretierung. Am Ende des Heftes befand sich ein Befestigungsring. An diesem war eine Kordel durchgezogen zur schnellen Rückholung des Messers.

Den Stand eines Ritters erkannte man am Schwert oder anderen Waffen. Trug der Bauer eine Waffe erkannte man ihn an der „Bauernwehr“. Diese Waffe hatte eine Messer - oder Säbelform. Diese kurzen Messer blieben Bauernwaffen bis in das 18. Jahrhundert. Die „Bauernwehr“ hatte eine stabile Rückenklinge und hatte ein vernietetes Horn - oder Holzheft. Am unteren Griff - Ende war bei
„Kurzwehren“ ein Dorn aufgesetzt. Dadurch wurde ein Abrutschen der Hand verhindert. Die „Bauernwehren“ in Säbelform hatten wenig gebogene Klingen. Der Griff sieht aus wie die messerförmige

„Bauernwehr“ und hatte einen Vogelkopf als oberen Griff -Abschluß. In der Scheide konnte ein zusätzliches Messer untergebracht werden. Wegen der Form und der Anwendungsmöglichkeiten kann man sie durchaus als Vorläufer des „Hirschfängers“ einstufen. Nach dieser Epoche verliert der Dolch im europäischen Raum an Bedeutung. Das Tragen in den Armeen dient mehr als Statussymbol als zur
Verteidigung oder zum Angriff. Nennenswert wäre noch das Seitengewehr aus den letzten Kriegen. Weitere Ausnahmen gibt es heute nur noch bei Spezial - oder Sondereinheiten im militärischen Bereich.

Fotos penpicture

SA Dolch Henckels Solingen

Hirschfänger aus Musterbuch Henckels 1909

 

tagPlaceholderTags:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

Urheberrechte

 

Alle Inhalte, wie z.B. Grafiken, Texte und Bilder auf unserer Website sind urheber- und leistungsschutzrechtlich geschützt. Die Veröffentlichung im World Wide Web oder in sonstigen Diensten des Internet bedeutet noch keine Einverständniserklärung für eine anderweitige Nutzung durch Dritte.

 

 

 

Impressum

V.i.S.d.P. Peter Nied

Fontanestr. 84

42657 Solingen

[email protected]



Impressum | Datenschutz | Sitemap | Vertrag widerrufen
copyright by peter nied
Anmelden Abmelden | Bearbeiten
Jimdo

Diese Webseite wurde mit Jimdo Creator erstellt! Jetzt kostenlos registrieren auf https://de.jimdo.com

  • Solingen und mehr
  • Panorama
  • Aus der Stadt
  • Solingen früher
zuklappen