Der Kaufhof Solingen schließt
von Peter Nied
Solingen/Die Ankündigung der Kaufhofeigner, das Solinger Kaufhaus zum 31. März 2019 zu schließen ist ein großer Schock für die fast 40 dort derzeit noch Beschäftigten. Aber auch die
Stadtverwaltung, Immobilieneigentümer Dr. Stahl und Teile der Solinger Kommunalpolitik hat es kalt erwischt. Hatte doch gerade Dr. Stahl die Hoffnung verbreitet, es könne mit den Clemens-Galerien
und
der oberen Hauptstraße wieder aufwärts gehen. Und doch muss es nicht wirklich verwundern. Deko und Produktpalette konnte nicht wirklich bei den Kunden punkten. Aus Kreisen der Politik war zu
hören, dass Herr Dr. Stahl unmittelbar vor dem großen Knall "Andeutungen" gemacht hat. Auch soll ein regelrechter Poker um die Höhe der Miete einer der Auslöser gewesen sein. Die Solinger-
Rundschau sprach mit Erik Pieck von der Partei DIE LINKE:" DIE LINKE. Solingen bedauert den Wegfall des letzten Solinger Warenhauses. Die Innenstadt wird dadurch für die Bevölkerung noch
unattraktiver. Hier wird erneut deutlich, wie abhängig Politik und Verwaltung von Entscheidungen einzelner Investoren sind.“ sagt Erik Pieck, stadtplanungspolitischer Sprecher der
Fraktion.
„Wenn jetzt zum Beispiel auf dem Gelände des ehemaligen Gräfrather Bahnhofs ein überdimensionierter Vollsortimenter mit ca. 2500 qm Verkaufsfläche erbaut wird – statt der für die Menschen im
Stadtteil nötigen 800 qm – wird wieder Kaufkraft der Innenstadt entzogen," so Pieck, der auch Sprecher des Kreisverbandes ist, weiter.
DIE LINKE. Solingen fordert, dass Politik und Verwaltung alle Möglichkeiten prüfen und umsetzen, die es ermöglichen, das Heft des Handelns wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Ein erster
Schritt wäre z.B. die Ansiedelung weiterer Discounter konsequent zu unterbinden oder auch den Verkauf von städtischem Grund und Boden nur unter Vertragsbedingungen, die eine Rückübertragung bei
nicht vorgesehener Nutzung ermöglichen."
Foto Nied

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