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27. Februar 2018

Fahrverbote in Solingen?

Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge?

 Konsequenzen für Solingen noch nicht absehbar, da Grenzwert nur leicht überschritten. Stadtdirektor Hartmut Hoferichter: Wir werden keine übereilten Maßnahmen treffen.

Nach der heutigen Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes können Städte grundsätzlich Fahrverbote für Fahrzeuge mit Dieselmotoren verhängen, sofern deren Luftreinhaltepläne und Fahrverbote verhältnismäßig sind.

Aus diesem Grunde rät der Solinger Planungs- und Umweltdezernent Stadtdirektor Hartmut Hoferichter zum jetzigen Zeitpunkt zur Besonnenheit. Es sei auch noch gar nicht klar, wie Fahrverbote konkret rechtlich beschaffen sein sollen. Hoferichter: „Sollte sich der Wert für Solingen bestätigen, wird die Bezirksregierung Düsseldorf auf uns zukommen, denn sie ist für Maßnahmen, die der Überschreitung von Grenzwerten entgegenwirken, zuständig. Wir stehen schon seit einiger Zeit im Kontakt "

„In Solingen wird der EU-Grenzwert für Stickoxid von 40 Mikrogramm um ein Mikrogramm überschritten. Eine Senkung um einen so geringen Wert lässt sich möglicherweise auch auf weniger einschneidenden Wegen erreichen als durch ein Fahrverbot. Einzelne Maßnahmen, wie beispielsweise ein Dieselfahrverbot, sind nicht zielführend, wichtig ist das Gesamtkonzept, der Luftreinhalteplan. Wir werden nichts Übereiltes auf den Weg bringen."" Das Konzept werde zeigen, ob z.B. auch Temporeduzierungen, Änderungen der Verkehrsführung oder Ähnliches ausreichen könnten, die Luftwerte in der Innenstadt zu verbessern.

Wegen der Finanzierung des Luftreinhalteplans habe Solingen schon Kontakt zu einer Lotsenstelle des Bundesverkehrsministeriums aufgenommen, die für die Vergabe von Fördermitteln zur Luftreinhaltung zuständig sei. Hoferichter: „Wir bemühen uns um Gelder, müssen aber sehen, dass die Stickoxidwerte in rund 30 Städten höher liegen als bei uns. Diese Städte haben einen dringenderen Förderbedarf."

Das LANUV hatte die Stadt vor rund zwei Wochen darüber informiert, dass die jetzt vorliegenden vorläufigen Werte, gemessen wurde an der Konrad-Adenauer-Straße, noch „validiert" werden müssten. Belastbare Ergebnisse sollen voraussichtlich Ende März vorliegen. Sollte sich der vorläufige Wert (41) bestätigen, wäre der Grenzwert in Solingen nur leicht überschritten. Solingen stünde damit am Ende der Liste in NRW.

Eines möchte Hartmut Hoferichter aber betonen: „Die Städte sind nicht der Reparaturbetrieb für die Versäumnisse der Autoindustrie. Wir schließen uns der Forderung des Deutschen Städtetages an: Wenn die Software-Updates nicht ausreichen, um die Grenzwerte an den Mess-Stationen in den Städten einzuhalten, muss der Bund die Autoindustrie zu Hardware-Nachrüstungen verpflichten. Und die Kosten dafür dürfen nicht auf die Allgemeinheit umgelegt werden."

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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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