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09. Februar 2018

Die Hippen


Hippen-Arbeitsmesser mit großer Verwandtschaft

Die Ursprünge liegen im 15. Jh., stammen von der Sichel ab und kommen sogar in der Literatur vor. Bei der traditionellen Hippe muss grundsätzlich auf die beiden unterschiedlichen Formen geachtet werden. Hierbei hat die Gärtnerhippe die eigentlich lange Geschichte.

Das Hippekniep ist ein meist einteiliges, kräftiges Taschenmesser in verschiedenen Größen, mit Holzschalen und Rosetten. Die Klinge hat die Form eines Schlachtmessers, also mit geradem Rücken und in Richtung Spitze mit gerundeter Wate. Die Solinger Messerhefte Firma Schmitz beschreibt ihre Hippen Produktion so:
In der ältesten Solinger Taschenmesserschmiede, der Firma Rudolf Broch werden unsere Klingen hergestellt. Wie früher zu Gründerzeiten im Jahr 1866 werden hier die Klingen und Federn noch nach althergebrachter Weise von Meisterhand unter dem Schlaghammer geschmiedet. In unserer Manufaktur werden sie dann am „Knippentisch“ gelocht und mit dem Fallhammer einzeln geplättet.
Danach werden die Klingen geschliffen und „gepließtet“ (feingeschliffen). Das „Pließten" wird in unterschiedlichen Stufen durchgeführt, dem „Feinpließten" und dem „Blaupließten".
Diese Arbeitsgänge gehören seit je her zu den aufwendigsten Techniken des Solinger Schleifhandwerks, von denen das „Blaupließten" die höchste Stufe darstellt. Es gibt auch feststehende Hippen

Gärtner Hippen unterscheiden sich von gewöhnlichen Taschenmessern und den eigentlichen Hippen durch ihre charakteristische sichelförmig gebogene Klinge. Es gibt sie vermutlich bereits seit dem 15. Jahrhundert. Verwendet werden Gärtnerhippen zum Beschneiden, Einkerben und Absenken von Heckenpflanzen, damit diese zu breiten dichten Hecken heranwachsen. Sie eignen sich bestens zum Anheben der Rinde beim Pfropfen, zum Ringeln und zum Abschneiden von Stecklingen und schlanken Holztrieben. Heute werden Hippen noch von Hand in einigen Solinger Betrieben gefertigt, wobei die Arbeitsgänge meist ältere Heimarbeiter erledigen. In alten Musterbüchern sehen wir in beinahe jeder Solinger Messerfabrik bis zu 30 verschiedene Hippenmodelle im Angebot. Um 1850 hatte allein die Solinger Firma Wolff mehr als zwei Dutzend Modelle im Angebot. Mit der Hippe für den Gartenbau und Forst (Hecken) werden Äste abgeschlagen und von Gestrüpp beseitigt. Man benutzt sie zum Schneiden von Zuckerrohr und veredeln von Gehölzen. Für Letzteres wird dann die Kopulationshippe (Kopulierhippe oder Okuliermesser) eingesetzt. Diese Modelle gibt es fast ausschließlich als Klappmesser und nicht feststehend.

Namensableitung
   Der Name Hepp ist einmal der Übername des Berufs des Winzers, abgeleitet von mhd. hepe = Messer der Winzer (vgl. Hippe). Die etwa 40 Linien der Hepps führen alle die Hippe (Sichel) im Familienwappen.
   Zum anderen gibt es zu mhd. had(h)u = Kampf den Namen Had(h)ubald; die Kurzform dazu ist Habo, Happo, Heippo, Heppo, Heppe, Hepe, Hepp. Dazu ist auch die Form ohne anlautendes "H" gebräuchlich; Eppo, Eipo,
Verbreitung
  In Heppendorf (Rheinland) wohnte im 13. Jh. ein Geschlecht Hepp. Diese Hepps waren Vögte von Köln und von 1221 bis 1229 Herren von Rheydt. Ein anderes Landadelsgeschlecht ist in Rheinberg (Rheinland) im 11. Jh. nachgewiesen. Im 13. und 14. Jh. war ein Geschlecht Hepp in der Eschweger Gegend ansässig. Aus dem Jahre 1414 existiert im Marburger Staatsarchiv der "Hepp´sche Urfehdebrief" an den Landgrafen von Hessen. Die verschiedenen Linien der Hepps waren ursprünglich am Mittel- und Oberrhein ansässig, also in fränkischem Siedlungsgebiet. Von der Linie Sprendlingen/Rheinhessen  ist erstmals ein Hepp als Zeuge vor Gericht in Zotzenheim (bei Sprendlingen) im Jahre 1441 urkundlich erwähnt. Stammvater der Linie Sprendlingen ist DieboldHepp, geboren um 1520, gestorben am 18.6.1594 in Sprendlingen. Zwei seiner Nachfahren waren badische Vögte in Sprendlingen: Petrus Hepp (1635-1699) und dessen Sohn Johann Weymar Hepp (1661-1737). Von Sprendlingen aus verbreiten sich die Sprendlinger Hepps außer in Deutschland in den Niederlanden und Nordamerika. Die Vorfahren von Christoph Hepp (s. Bild oben) zogen von Sprendlingen über Medard/Glan nach Birkenfeld (Südhunsrück). Auch auf mittelalterlichen Gemälden sieht man die Winzer und Landleute bei der Arbeit mit Hepen. Die Hippen haben recht unterschiedliche Größen aber stets die Grundform aus einer breit ansetzenden Klinge, die gerade verläuft und dann im letzten Drittel sich sichelförmig, aber immer noch breit krümmt.
Hepenartig sind auch die Messer zum Schneiden von Zuckerrüben. Die Hepen waren ein Universalwerkzeug zum Schneiden, Hacken und Abschlagen.
Kommen wir noch einmal auf die Urform der Hepe, die Sichel, zurück.
Die moderne Sichel ist ein Werkzeug zum Schneiden kleiner Mengen von Getreide und Gras. Sie besteht aus einer nach vorn sich verjüngenden, konkav gekrümmten Klinge (in der Regel aus Stahl) mit einem hölzernen Handgriff. Sie unterscheidet sich von der Sense durch die kleinere Klinge und den kürzeren Stiel. Grassicheln sind kurz, aber sehr stark gebogen. Die Sichel ist neben dem Erntemesser eines der ältesten Ackerbaugeräte. Die ältesten Sicheln fand man in der Levante, wo sie bereits im Protoneolithikum zum Abschneiden von Wildgetreide oder Gräsern dienten. Der die Benutzung kennzeichnende „Sichelglanz“ entsteht aber nicht nur beim Schneiden von Getreide (auch Gras, Schilf oder Laub). Sie bestanden aus gebogenen Holz- oder Geweihstücken, in die man einige Feuersteinklingen mit Harz oder ähnlichem Material eingeklebt hat. Mit Aufkommen der Bronze wurden Sicheln aus diesem Material hergestellt.
Seit Steensberg 1943 unterscheidet man zwei Sichelformen:
A) die Hakensichel (angular sickle), bei der das Blatt gerade aus dem Heft hervorgeht, sodass das Schwergewicht auf einer Seite liegt.
B) die Bogensichel (balanced sickle), bei der das Blatt am Heft im rechten oder stumpfen Winkel abknickt, sodass das Gewicht auf beide Seiten gleichmäßig verteilt ist.
Typ B entstand in der La-Tène-Zeit, verbreitete sich unter den Römern und setzte sich im Mittelalter allgemein durch. Aus der Theiß-Kultur (Szegvár-Tüzköves, Ko. Szentes) ist eine Tonstatuette eines Mannes bekannt, der eine Sichel hält. Er wurde von dem Ausgräber als „Sichelgott“ gedeutet. Noch bei den alten Griechen war die Sichel das entscheidende Symbol der Landwirtschaft, weshalb sie ein Attribut der Göttin Demeter war. Der römische Historiker Tacitus berichtet, dass die Druiden goldene Sicheln für Rituale benutzten. In verschiedenen archäologischen Kulturen ist die Sichel eine Grabbeigabe, besonders in den Gräbern, in denen neben dem menschlichen Leichnam auch ein Pferd bestattet wurde.

Verschiedene Varianten des Winzermessers, der Hepe, finden sich bereits auf dem Grabstein eines römischen Messerhändlers aus dem 1. Jahrhundert. Auch in der Bronzezeit kommen Sicheln vor, sie sind aber kleiner als spätere Modelle, die Klinge ist aber auch schon gekrümmt. Hepenarig ist auch das Messer zum Schneiden von Zuckerrüben. Hier wurde aber wohl weniger geschnitten als geschlagen. Hepen dienten als Universalwerkzeug zum Schneiden, Hacken und Abschlagen. Ein Eifeler Landwirt erzählt: „Die vorige Generation arbeitete noch mit der Hippe, dem traditionellen Schlagmesser. Der Umgang mit diesem Werkzeug erforderte handwerkliches Geschick. Mit einem guten Schlagwinkel konnte man den Kraftaufwand herabsetzen. Bei dickeren Ästen musste man weit aushole und stets genau dieselbe Kerbe treffen. Mit der Hippe wurden die Durchwachser `aufgeastet` und wuchsen zu geraden, astreinen Nutzstämmen hoch. Von großer Bedeutung ist es dabei, den Hauptstamm nicht zu verletzen, denn lebenswichtige Saftströme des Baumes verlaufen dicht unter der Rinde.“

Geradezu dramatisch geht es in der Literatur um die Hippe zu. In einem Gedicht um 1800 ist zu lesen:“ Ein Wanderer erquickt sie in sterbender Not und kühlet die brennende Lippe, noch einmal verlässt sie der nahende Tod mit seiner hell blinkenden Hippe.“ Gottfried August Bürger war ein berühmter deutscher Dichter der Neuzeit. Er wurde am 31.12.1747 in Molmerswende (Landkreis Mansfelder Land) geboren. In seinem Gedicht „Lenore“ beschreibt er das Aussehen des Todes mit zwei Synonymen, nämlich „Stundenglas und Hippe“, was soviel bedeutet wie Sanduhr und sichelförmiges Messer. Dramatisch ist für Solingen auch die Entwicklung der Hippen. Maschinell gefertigte Hippen mit Metallschalen aus Fernost mögen vielleicht ihren Zweck erfüllen, erinnern aber lange nicht mehrt an die handgefertigte Hippe mit geschmiedeter Klinge und den kräftigen Holzheften.


© Peter Nied Text und Fotos
Solingen 19.05.2009


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GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität


GdP: Wir brauchen keine immer neuen Debatten über Clankriminalität

Mit großem Unverständnis reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen auf immer wieder neue politische Diskussionen über Clankriminalität. Das aktuelle Lagebild des Landeskriminalamtes macht aus GdP-Sicht sehr deutlich: „Die Bekämpfung von Clankriminalität bleibt eine der ganz großen Herausforderungen für die Polizei“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. Fürs Sicherheitsgefühl der Bürger sei es von immenser Bedeutung, dass ein starker Rechtsstaat hier Flagge zeige.

Der starke Anstieg der Straftaten mit Clanbezug von +20,3% macht aus Mertens‘ Sicht deutlich, dass noch ein langer Atem nötig ist. „Er zeigt aber auch, dass wir mit unserer Null-Toleranz-Strategie richtig liegen und immer mehr Straftaten aus einem bis dato riesigen Dunkelfeld aufdecken“, so der GdP-Vorsitzende. Dass gerade Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen stark angestiegen sind, zeigt das hohe Gewaltpotenzial.
Grundsätzlich gilt: Die Clans sind quer durchs Strafgesetzbuch aktiv, Michael Mertens nennt sie „kriminelle Allrounder“. Die Abschöpfung von zu Unrecht erworbenem Vermögen trifft Clans an ihrer empfindlichsten Stelle – beim Geld. Brutale Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Banden können jederzeit hochkochen. Erst an vergangenen Wochenende verhinderte massive Polizeipräsenz eine Massenschlägerei in Essen.  
Für die GdP ist klar: Die Bekämpfung von Clankriminalität wird auch künftig weiter große personelle Ressourcen binden, über die stark geforderte Kripo hinaus. Wer es hier ernst meint, muss die Polizei in ihrer Breite weiter stärken. „Wichtig ist es aber auch, die Dinge weiterhin klar beim Namen zu nennen“, mahnt Mertens.
Die Polizei benötige politische Rückendeckung und keine immer neuen Debatten in der schwarz-grünen Regierungskoalition, so der GdP-Chef. Man habe es mit hochkriminellen Banden zu tun, die sich auf ihre familiären Strukturen stützen und den Rechtsstaat nicht anerkennen. Ein Lagebild Clankriminalität müsse deshalb auch künftig so heißen. „Dabei ist völlig klar: Nicht jedes Familienmitglied ist kriminell“, betont Michael Mertens.

NRW weiter Zuwachs



Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2022 lebten in Nordrhein-Westfalen
18 139 116 Menschen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt mitteilt, war die Einwohnerzahl damit um
214 525 Personen (+1,2 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Obwohl im
vergangenen Jahr 69 682 Menschen mehr starben, als Kinder geboren
wurden, stieg die Einwohnerzahl. Dafür sorgte ein positiver
Wanderungssaldo mit 283 366 mehr Zuzügen als Fortzügen. Das
Statistische Landesamt weist darauf hin, dass bei der Ermittlung der
Bevölkerungsentwicklung auch Korrekturen mit einfließen (2022:
+841); diese sind hauptsächlich auf sog. „Rücknahmen von Zu- bzw.
Fortzügen” zurückzuführen, die von den Kommunen erst nach
Abschluss der Wanderungsstatistik gemeldet werden.



(195 / 23) Düsseldorf, den 20. Juni 2023

Redaktion

 

Peter Nied

Cassandra Fuchs

Hasan Talsik (Fotos)

Mona Kubat

 

 

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